Aktuelles
15. 9. 2026
Bruegel und Verschwörer in Wien

In der diplomatischen Vertretung der Tschechischen Republik in Österreich werden wir über Friedrich Bruegel als gebürtigen Wiener, österreichischen Sozialdemokraten, tschechoslowakischen Diplomaten und deutschschreibenden Autor sprechen. Die Einladung zur Diskussion haben der österreichische Germanist und Autor wegweisender Bruegel-Arbeiten Julius Stieber sowie der tschechische Germanobohemist Jan Budňák angenommen. Wie wurde der Roman „Verschwörer“ in Österreich nach seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1951 aufgenommen und wie sah die Rezeption nach der weiteren Ausgabe des Romans von Jürgen Serke im Jahr 1988 aus? Welche Bedeutung haben „Verschwörer“ heute, nach der Veröffentlichung der ersten tschechischen Übersetzung, für die tschechische Gesellschaft?

26. 8. 2026
Verschwörer als literarische Entdeckung - und Ereignis

Der Roman Spiklenci (Verschwörer), eine erste tschechische Übersetzung des 1949 auf Deutsch geschriebenen Werkes von Friedrich Bruegel, erfährt ein intensives und durchaus positives Echo in tschechischer Literaturkritik. Die frühe Reflexion der kommunistischen Diktatur in der Tschechoslowakei wird als "literarische Entdeckung" oder ein "literarisches Ereignis" in wichtigen Medien gewürdigt. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen sendete kurz nach der Veröffentlichung des Romans eine Reportage in seiner Hauptnachrichtensendung. Besprechungen in tschechischen Zeitungen und Kultur- und Literaturzeitschriften sind in der tschechischen Version der Verlagswebsite verzeichnet.

19. 8. 2026
Maidl: Staat als verlockende Beute für machthungrige Politiker

„Bruegel nutzte seine Kenntnis des Umfelds, seine analytischen Fähigkeiten sowie die Weitsicht, um für die Leser der frühen 1950er Jahre eine apokalyptische Vision eines Staates zu entwerfen, der Schritt für Schritt das Rechtssystem außer Kraft setzt und seine Gegner beschuldigt, verhaftet und von ihnen Geständnisse für Taten erzwingen will, die sie nicht begangen haben“, schreibt Václav Maidl in seiner Rezension von „Verschwörer“ für das E-Forum des Instituts für Literaturforschung. In der ersten auf Deutsch vorliegenden Besprechung stellt Maidl die eindringliche Aussage des Romans in den Vordergrund: „Der Staat ist eine eine verlockende Beute für machthungrige Politiker und ihre Handlanger, und wenn sie ihn in ihre Gewalt bringen, ist der Weg zum Totalitarismus geebnet, ganz gleich, ob wir es als ‚starken Staat‘ bezeichnen oder sagen, dass wir ‚den Staat wie ein Unternehmen führen wollen‘.“

9. 4. 2026
Verschwörer erschienen

Der Roman von Friedrich Bruegel liegt nun vor, zum ersten Mal auf Tschechisch, dreiviertel Jahrhundert nach seiner Entstehung und der ersten deutschen Ausgabe. In der Übersetzung von Jiří Stromšík erscheint er am Donnerstag nach Ostern – genau an dem Tag, an dem die Handlung des Romans in Prag zu Ostern 1949 ihren Abschluss findet. Der Vertrieb in Tschechien erfolgt durch die Firma Kosmas, und zu einem ermäßigten Preis kann man das Buch direkt beim Verlag Sterne erwerben.

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Eva Jelínková

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